Vom GAIL UK Regional Board
Auf der 12th Im März 2025 veranstalteten Legal Charter 1.5 und Save the Children Global Ventures (SCGV) eine gemeinsame Veranstaltung, um ein Vorzeigeprojekt in Nandi County, Kenia, zu besprechen. Das Projekt sieht eine anfängliche Investition von 5 Millionen US-Dollar über einen Zeitraum von 10 Jahren durch Legal Charter 1.5 vor, um vom Klimawandel betroffene Gemeinden zu unterstützen.
Betitelt „Eine neue Klimalösung für Anwaltskanzleien: Lehren aus der Zusammenarbeit zwischen SCGV und Legal Charter 1.5“Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein mutiges und innovatives Projekt, das acht führende britische Anwaltskanzleien und Save the Children Global Ventures (SCGV) in einem langfristigen Engagement für eine kindgerechte Anpassung an den Klimawandel in Kenia zusammenbringt.
Diese durch die Legal Charter 1.5 ermöglichte Zusammenarbeit stellt ein Novum in der Rechtsbranche dar: Sie bündelt Ausgleichsbudgets und juristische Expertise, um ein 30-jähriges Klimaresilienzprogramm in Nandi County zu unterstützen. Das Projekt veranschaulicht, wie der Privatsektor, insbesondere Anwaltskanzleien, in skalierbare, replizierbare Klimafinanzierungsmodelle investieren kann, die hochintegrierte Emissionszertifikate liefern und gleichzeitig wichtige soziale Ergebnisse fördern.
Rechtscharta 1.5: Mobilisierung des Rechtssektors für den Klimawandel
Die Legal Charter 1.5 wurde 2023 als branchenübergreifende Initiative ins Leben gerufen, um die Rechtsberufe bei der Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens zu unterstützen, insbesondere beim 1.5-Grad-Ziel. Sie vereint Anwaltskanzleien, Rechtsabteilungen, Anwaltskammern und einzelne Anwälte mit einem gemeinsamen Ziel: die Nutzung der Instrumente der Rechtsberufe zur Förderung des Klimawandels.
Im Kern fördert die Legal Charter 1.5 drei Säulen des Engagements:
- Integration von Klimarisiken in Rechtsberatung und -dienstleistungen.
- Unterstützung eines gerechten Übergangs für Arbeitnehmer und Gemeinschaften, die vom Klimawandel betroffen sind.
- Nutzung juristischer Expertise zur Erschließung innovativer Finanzierungsmöglichkeiten für Klima- und Gemeinschaftsresilienz.
Die Charta ist mehr als eine Absichtserklärung – sie ist eine Plattform für gemeinsames Handeln, Wissensaustausch und messbaren Fortschritt. Die Zusammenarbeit mit dem SCGV ist eines seiner bislang ehrgeizigsten Vorhaben und zeigt, wie Rechtsinstitutionen nicht nur Compliance, sondern auch katalytische Wirkung erzielen können.
Die SCGV-Partnerschaft: Ein neues Modell für kinderorientierte Klimaschutzmaßnahmen
Die Partnerschaft mit Save the Children Global Ventures – einem Investitions- und Innovationszweig von Save the Children – markiert eine bedeutende Weiterentwicklung der Rolle juristischer Akteure in der Klimafinanzierung. SCGV verbindet private Investitionen mit kindzentrierten Entwicklungsergebnissen, insbesondere in Regionen, die mit der doppelten Herausforderung von Armut und Klimawandel konfrontiert sind.
Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Legal Charter 1.5 und SCGV wurde ein anfänglicher Betrag von 5 Millionen US-Dollar (ca. 4 Millionen Pfund) über einen Zeitraum von zehn Jahren zugesagt. Die Beiträge stammen von acht führenden britischen Anwaltskanzleien: Freshfields, Clyde & Co, Slaughter and May, DLA Piper, Taylor Wessing, Charles Russell Speechlys, Simmons & Simmons sowie einer Kanzlei, die anonym bleiben möchte.
Diese Mittel unterstützen ein kohlenstofffinanziertes Programm im Teeanbaugebiet Nandi County im Westen Kenias. Die Region leidet unter hoher Kinderarmut, Unterernährung und Abholzung, die durch den Klimawandel noch verschärft werden. Das Projekt ist als naturbasierte Lösung konzipiert und nutzt Agroforstwirtschaft und Wiederaufforstung, um zerstörte Landschaften wiederherzustellen, die Ernährungssicherheit zu verbessern und das Wohlbefinden von Kindern zu steigern.
Die langfristige Vision besteht darin, ein skalierbares Modell zu etablieren, das von Anwaltskanzleien und anderen professionellen Dienstleistern weltweit repliziert werden kann – und Ausgleichsbudgets mit klima- und sozialwirksamen Ergebnissen verbindet.
Programmgestaltung und -durchführung: Lokale Zusammenarbeit und naturbasierte Lösungen
Das Projekt im Nandi County wird in Zusammenarbeit mit den örtlichen Gemeinden und der Regierung des Nandi County konzipiert und spiegelt eine Abkehr von kurzfristigen Wohltätigkeitsmodellen hin zu einer langfristigen, gemeindeeigenen Entwicklung wider.
Zu den wichtigsten Programmkomponenten gehören:
- Agroforstwirtschaft: Unterstützung von Landwirten beim Anbau einheimischer Bäume neben Nutzpflanzen, Verbesserung der Bodengesundheit, Diversifizierung der Erträge und Erhöhung der Klimaresilienz.
- Wiederaufforstung: Wiederherstellung degradierter Ufer- und Feuchtgebiete zum Schutz der Wassereinzugsgebiete und zur Förderung der Artenvielfalt.
- Marktzugang: Kleinbauern dabei helfen, Zugang zu höherwertigen nationalen und internationalen Märkten für nachhaltige Produkte zu erhalten.
- Kindzentrierte Wirkung: Bekämpfung von Unterernährung, Ernährungsunsicherheit und Verletzlichkeit bei Kindern durch Verbesserung der Widerstandsfähigkeit und der Lebensgrundlagen der Haushalte.
- Kohlenstoffbindung: Die im Rahmen des Projekts gepflanzten Bäume werden voraussichtlich jährlich über 20,000 Tonnen Kohlendioxid binden und so hochintegrierte Emissionszertifikate generieren.
Diese Gutschriften werden anhand international anerkannter Standards, einschließlich der Core Carbon Principles des ICVCM, überprüft, um Transparenz und Integrität zu gewährleisten. Die erzielten Einnahmen tragen zur Nachhaltigkeit des Programms über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren bei.
Wichtig ist, dass das Projekt auf dem MEAL-Rahmenwerk (Monitoring, Evaluation, Accountability and Learning) von Save the Children basiert, um soziale Ergebnisse zu messen und darüber zu berichten – insbesondere jene, die Kindern zugute kommen.
Die juristische Rolle: Anwälte als Architekten der klimasozialen Finanzierung
Ein besonderes Merkmal dieser Initiative ist die intensive Einbindung von Juristen – nicht nur als Geldgeber, sondern auch als Mitgestalter. Anwälte der beteiligten Kanzleien waren maßgeblich an der Gestaltung der Rechts- und Governance-Strukturen des Projekts beteiligt. Ihre Beiträge umfassen:
- Strukturierung der Kohlenstofffinanzierungsmechanismen, einschließlich Kreditdauerhaftigkeit und Überprüfungsprozessen.
- Ausarbeitung der Kooperationsvereinbarung zwischen Legal Charter 1.5 und SCGV.
- Navigieren Sie durch regulatorische Rahmenbedingungen, Landrechte und Protokolle zur Vorteilsteilung, um den Schutz der Gemeinschaft zu gewährleisten.
- Unterstützung bei der Due Diligence, der rechtlichen Risikoverteilung und der Vertragsgestaltung, um weiteres privates Kapital anzuziehen.
Jake Reynolds, Leiter für Nachhaltigkeit und Umwelt bei Freshfields und Vorsitzender der Arbeitsgruppe Legal Charter 1.5, bezeichnete die Initiative als Weiterentwicklung der zehnjährigen REAP-Finanzierung (Rural Electrification & Agriculture Programme) der Kanzlei. „Wir müssen unseren Blick auf werthaltigere, langfristigere und gemeinschaftliche Initiativen richten, um auch nur annähernd die Größenordnung zu erreichen, die zum Schutz der Gemeinden vor dem Klimawandel erforderlich ist“, erklärte er. Amanda Carpenter, Mitbegründerin von Legal Charter 1.5, betonte die weitreichenden Auswirkungen: „Fast alle wirtschaftlichen Aktivitäten wirken sich auf das Klima aus, und Anwälte sind in einen Großteil davon involviert. Anwaltskanzleien können eine wichtige Rolle bei der Unterstützung des Klimawandels spielen, sowohl durch ihre Beratung als auch durch die Entwicklung neuer Arbeitsweisen.“ Dies zeige einen Wandel in der Rolle von Anwälten: Sie sind nicht nur Risikomanager, sondern auch Wegbereiter für soziale und klimabezogene Innovationen.
Motivationen: Warum Anwaltskanzleien der Zusammenarbeit beigetreten sind
Die Entscheidung der Anwaltskanzleien, der SCGV-Initiative beizutreten, beruhte auf einer Konvergenz strategischer, ethischer und operativer Faktoren:
- Verstärkte Wirkung: Durch die Bündelung unterschiedlicher Budgets konnten die Unternehmen ein ehrgeizigeres, langfristigeres Projekt finanzieren, als jedes einzelne von ihnen es hätte unterstützen können.
- Strategische Ausrichtung: Die Zusammenarbeit steht im Einklang mit den Netto-Null- und ESG-Verpflichtungen der Unternehmen und stärkt gleichzeitig ihre Rolle bei der Ermöglichung des globalen Übergangs zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft.
- Kundenrelevanz: Die Initiative bietet ein replizierbares Modell, das auf Kunden ausgeweitet werden kann, die nach glaubwürdigen und qualitativ hochwertigen Möglichkeiten zum CO2-Ausgleich suchen.
- Pro Bono Synergie: Viele der damit verbundenen juristischen Aufgaben – wie etwa die Ausarbeitung von Verträgen oder die Beratung zu regulatorischen Rahmenbedingungen – passen natürlich in die Pro-Bono-Aufträge der Kanzleien.
- Reputationswert: Die Teilnahme an einer sichtbaren, wirkungsvollen Klimainitiative unterstreicht die Werte des Unternehmens und erhöht seine Glaubwürdigkeit bei Kunden, Aufsichtsbehörden und Mitarbeitern gleichermaßen.
Entscheidend ist, dass die Zusammenarbeit zeigt, dass Anwaltskanzleien nicht nur passiv zu Nachhaltigkeitszielen beitragen, sondern aktive Innovationsträger sind.
Herausforderungen und gewonnene Erkenntnisse
Der Weg von der Idee zur Umsetzung verlief nicht ohne Hindernisse. Zu den größten Herausforderungen zählten:
- Rechtliche Komplexität: Die Gestaltung von Kohlenstofffinanzierungsprojekten in internationalen Rechtsräumen erfordert die Navigation durch unsichere Regulierungslandschaften, unklare Landbesitzsysteme und sich entwickelnde Kohlenstoffmärkte.
- Vertrauen und Koordination: Um zwischen acht konkurrierenden Unternehmen Vertrauen aufzubauen, waren klare Governance-Protokolle und ein gemeinsames Bekenntnis zu gemeinsamen Werten erforderlich.
- Langfristige Anlagementalität: Um sich von Firmen finanzielle Zusagen für zehn Jahre zu sichern, waren strategischer Weitblick und die Zustimmung der Unternehmensleitung erforderlich.
Trotz dieser Herausforderungen hat die Zusammenarbeit bereits wertvolle Erkenntnisse hervorgebracht:
- Rechtliche Rahmenbedingungen sind entscheidend: Klimaeffekte können nicht in großem Maßstab erzielt werden, ohne dass rechtliche Strukturen vorhanden sind, die die Einhaltung der Vorschriften, die Rechenschaftspflicht und den Schutz der Gemeinschaft gewährleisten.
- Partnerschaften sind wichtig: Eine Versammlungsplattform wie die Legal Charter 1.5 war für den Aufbau von Zusammenhalt und Vertrauen unter den Teilnehmern von entscheidender Bedeutung.
- Geduldiges Kapital ist der Schlüssel: Klima- und Entwicklungsergebnisse entfalten sich über Jahrzehnte, nicht über Monate. Juristische Akteure müssen in Generationen denken, nicht in Quartalsergebnissen.




