Das Center for Climate Change Economics and Policy (CCCEP) und das Grantham Research Institute on Climate Change and the Environment veröffentlichten wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu den Auswirkungen von Klimarechtsstreitigkeiten auf den Unternehmenswert.

Gemeinschaften und Einzelpersonen wenden sich zunehmend an Gerichte, um Regierungen und Unternehmen mit hohen Emissionen für die negativen Folgen des Klimawandels zur Rechenschaft zu ziehen, und sie beginnen, Erfolg zu haben. Für verteidigende Unternehmen kann der Anstieg des Risikos von Klimaklagen die bekannten physischen Risiken und Übergangsrisiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel verschärfen – dennoch ist wenig über die Auswirkungen von Klimaklagen auf Unternehmen bekannt.

Die Autoren dieses Papiers liefern die ersten belastbaren Beweise zu diesen Auswirkungen. Sie erstellen eine umfassende Datenbank mit Einreichungen und Entscheidungen im Zusammenhang mit 108 Klimaschutzklagen gegen US-amerikanische und europäische börsennotierte Unternehmen zwischen 2005 und 2021. Sie zeigen, dass Klimaklageanträge oder ungünstige Gerichtsentscheidungen den Unternehmenswert im Durchschnitt um -0.41 % verringerten. Sie identifizieren Bedingungen, die zu einer größeren Wirkung führen würden, wie etwa Klagen gegen die größten Emittenten oder „Carbon Majors“ und Fälle mit neuartigen rechtlichen Argumenten. Die Ergebnisse liefern den ersten belastbaren Beweis für das Risiko von Klimastreitigkeiten als finanzielles Risiko.

Sato M, Gostlow G, Higham C, Setzer J, Venmans F (2023) Auswirkungen von Klimastreitigkeiten auf den Unternehmenswert. Centre for Climate Change Economics and Policy Working Paper 421/Grantham Research Institute on Climate Change and the Environment Working Paper 397. London: London School of Economics and Political Science